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Die Presse schreibt über InvestMensch
Westfalenpost Soest
Soest. (M.H.) Damit private Probleme nicht zu Problemen für die Firma werden: Die Diakonie bietet mit "InvestMensch" einen neuen Service für Unternehmen an. Der Kollege hat eine Scheidung hinter sich. Er zieht sich mehr und mehr zurück. Offenbar trinkt er auch mehr Alkohol, als ihm gut tut. Ständig bittet er um Überstunden, damit er den Unterhalt zahlen könne. Erste Pfändungsbeschlüsse kommen in der Firma an. Seit längerem beobachtet der Personalchef außerdem, dass der Mitarbeiter nicht mehr so leistungsfähig ist wie früher. Die Krankmeldungen häufen sich. - Ein typischer Fall. Ein Fall für "InvestMensch".
"Durch persönliche Probleme von Mitarbeitern können Betriebe erhebliche Schwierigkeiten bekommen", weiß Johannes Schäfer, Vorstand der Diakonie Ruhr-Hellweg. Denn wenn sich Mitarbeiter nicht mehr hundertprozentig auf ihre Arbeit konzentrieren, schadet das dem ganzen Betrieb. Andererseits sind Mitarbeiter, die wegen ihrer persönlichen Probleme nicht voll einsatzfähig sind, besonders gefährdet, wenn Entlassungen anstehen.
Leistungsfähige und zufriedene Mitarbeiter sind also im Interesse der Firma. Darin sollten sie investieren, wünscht sich Schäfer, und hat deshalb "InvestMensch" auf den Markt gebracht. Das Unternehmen steht Firmen als Dienstleister zur Verfügung, um die Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter zu erhalten oder wiederherzustellen.
Sozialpädagogin Verena Preuß ist Anfang dieses Jahres extra für diesen neuen Arbeitsbereich eingestellt worden. Sie ist Ansprechpartnerin für die Unternehmen.
Das Prinzip: Unternehmen schließen mit "InvestMensch" einen Vertrag ab. Verena Preuß entwickelt dann für jeden Einzelfall ein Lösungskonzept und vermittelt weitere Beratungsangebote. Wenn zum Beispiel Schulden das Hauptproblem eines Mitarbeiters sind, bekommt der umgehend einen Termin bei der Schuldnerberatung. Voraussetzung ist, dass die betroffenen Mitarbeiter mitziehen. Das sei fast nie ein Problem, weiß Verena Preuß. Statt eine Abmahnung zu bekommen, seien sie froh, dass sich die Firma um ihre Sorgen kümmere und eine Lösung anbiete.
"InvestMensch" brauche Zeit, um sich zu etablieren, ist Johannes Schäfer klar. Zwei Jahre veranschlagt er für die Startphase. Verena Preuß stellt das Angebot jetzt Firmen und Verbänden vor. - "Das Interesse ist groß." Denn persönliche Probleme seien oft Tabuthemen und die Personalabteilung sei allein überfordert, um Lösungen anzubieten.
Johannes Schäfer und Verena Preuß stellten gestern das neue Diakonie-Unternehmen "InvestMensch" vor. Foto: Martin Huckebrink